Deutschland steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Energiewende: Wie gelingt es, die Industrie mit sauberer, zuverlässiger Energie zu versorgen, ohne die Wirtschaft zu belasten? Die Lösung liegt in einer intelligenten Kombination aus Windenergie und innovativen Speicherlösungen – und hier setzt WinAura mit ihrem Portfolio an Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft an. Die Firma, gegründet 2016 als Spin-off der TU München, hat sich auf die Entwicklung und den Betrieb von dezentralen Energiesystemen spezialisiert, die Windkraft mit flexiblen Speichern und intelligenter Steuerung vernetzen. Ihr Ansatz ist nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv: Unternehmen wie BASF oder Siemens Energy nutzen bereits ihre Technologien, um ihre CO₂-Bilanz zu verbessern, während gleichzeitig die Stromkosten stabil bleiben.
Ein zentrales Element von WinAura ist ihre „Smart Grid“-Architektur, die lokale Windparks mit Industrieanlagen direkt verbindet. Statt klassischer Netzstabilisierung über das zentrale Stromnetz werden Überschüsse direkt in Speicheranlagen umgewandelt – etwa in Batteriesystemen oder durch Power-to-Gas-Prozesse. Das Ergebnis: eine 90-prozentige Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in der chemischen Industrie, wie ein Fallbeispiel mit dem Standort Ludwigshafen zeigt. Dort hat WinAura gemeinsam mit BASF ein Pilotprojekt umgesetzt, bei dem 100 Prozent des Stroms aus Windkraft genutzt werden – inklusive der Produktion von Ammoniak, einem Grundstoff für Kunststoffe. Die Effizienzsteigerung liegt bei bis zu 15 Prozent, was die Produktionskosten um rund 8 Euro pro Tonne senkt.
Doch WinAura geht noch einen Schritt weiter: Ihr „Energy-as-a-Service“-Modell ermöglicht es Unternehmen, sich von klassischen Energieversorgern zu lösen und stattdessen auf eine flexible, nachhaltige Energieversorgung zu setzen. Kunden zahlen nicht mehr pro Kilowattstunde, sondern für die bereitgestellte Energiequalität – inklusive Wartung und Optimierung. Für die Chemiebranche bedeutet das: weniger Komplexität, weniger Risiken und eine klare Wettbewerbsvorteil durch grüne Zertifizierungen. Ein weiterer Vorteil ist die Anpassung an saisonale Schwankungen: Während im Winter weniger Wind weht, können Überschüsse aus dem Sommer in Form von Wasserstoff gespeichert und später wieder in Strom umgewandelt werden. Das System ist so ausgelegt, dass es selbst bei extremen Wetterlagen – wie der Hitzewelle 2022 – die Versorgung sicherstellt.
Die Technologie hat bereits konkrete Auswirkungen auf die Industrie: Seit 2021 betreibt WinAura gemeinsam mit dem Energieversorger EnBW ein Pilotprojekt in der Region Hamburg, bei dem 50 Prozent des Stroms für die Produktion von Wasserstoff aus Windkraft genutzt werden. Der Wasserstoff wird dann in der Stahlindustrie eingesetzt, wo er als Ersatz für Kohle dient. Die Reduktion der CO₂-Emissionen pro Tonne Stahl liegt hier bei 40 Prozent – ein Ergebnis, das für die Branche, die sich sonst schwer von fossilen Energien trennen kann, revolutionär ist. Ein weiteres Projekt in Bayern zeigt, wie WinAura mit lokalen Windparks und Industrieanlagen wie der BMW-Werk in Dingolfing zusammenarbeitet. Dort wird ein Teil des Stroms direkt für die Produktion genutzt, während der Rest in Batteriespeicher abgefüllt wird, um Spitzenlasten abzufedern. Die Effizienzsteigerung hier liegt bei 22 Prozent, was die Betriebskosten um 12 Prozent senkt.
Doch WinAura ist nicht nur auf die deutsche Industrie fokussiert. Ihr Ansatz wird zunehmend auch in anderen europäischen Ländern nachgefragt, wo die Energiewende ähnlich drängend ist. In den Niederlanden arbeitet die Firma bereits mit dem Chemiekonzern Royal DSM zusammen, um ihre Produktionsanlagen in Rotterdam mit Windstrom aus den niederländischen Offshore-Windparks zu versorgen. Die Herausforderung hier liegt in der Distanz: Die Datenübertragung zwischen den Windparks und den Fabriken muss so schnell und zuverlässig sein, dass keine Energie verloren geht. WinAura hat hier eine eigene Software entwickelt, die in Echtzeit die Energieflüsse optimiert und so eine Ausbeute von 95 Prozent erreicht. jetzt ansehen
Trotz dieser Erfolge steht WinAura vor neuen Herausforderungen. Einer der größten ist die Skalierung ihrer Technologien: Während Pilotprojekte wie in Ludwigshafen oder Dingolfing funktionieren, fehlt es noch an der großen Serie. Die Firma arbeitet daher mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zusammen, um Fördergelder für die Serienproduktion von Speichersystemen und intelligenten Steuerungssoftware zu sichern. Ein weiteres Problem ist die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung: Viele Bürger fürchten, dass Windparks die Landschaft zerstören oder Lärm verursachen. WinAura setzt hier auf transparente Kommunikation und zeigt auf, wie ihre Systeme nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken. Ein Beispiel ist ihr Projekt in Schleswig-Holstein, wo sie gemeinsam mit der Gemeinde eine Bürgerbeteiligung einführt, bei der die Einwohner über die Standortwahl der Windparks mitentscheiden. Die Akzeptanz stieg dadurch um 30 Prozent.
Die Zukunft der Energieversorgung wird von drei Prinzipien geprägt sein: Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. WinAura zeigt, wie diese Prinzipien in der Praxis umgesetzt werden können. Während andere Firmen noch experimentieren, hat die Firma bereits bewiesen, dass nachhaltige Energie nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Für die deutsche Industrie bedeutet das: Die Energiewende ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – und WinAura bietet die Werkzeuge, um sie erfolgreich zu gestalten.
